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Der Nachfolger von Pfarrer Köchler Pfarrer Balzer bemüht sich bereits 1913 um den Neubau der Mulknitzer Kirche. Ein Baugutachten vom Februar 1913 soll die Notwendigkeit belegen. Der Gutachter schreibt:
Die Kirche in Mulknitz habe ich heute besichtigt. Sie liegt völlig versteckt an einem Ende des Dorfes. Die im Kirchenvisitationsprotokoll gegebene Beschreibung ist in jeder Einzelheit zutreffend. Der bauliche Zustand des Gebäudes ist aber noch nicht so schlecht, daß es als baufällig zu bezeichnen ist. Besonders der Dachstuhl ist noch vollkommen gut. Trotzdem würde es vollkommen falsch sein, den Versuch zu machen, das Gebäude noch einmal für kirchliche Zwecke zurecht zu machen. Es würde selbst bei Aufwendung sehr erheblicher Kosten nicht gelingen, daraus ein würdiges Gotteshaus zu machen. Wie in dem Protokoll richtig gesagt, ist das Gebäude im Charakter der landwirtschaftlichen Gebäude gebaut, und nur als solches könnte es noch weiter verwendet werden. Das Gebäude ist außerdem für die Gemeinde viel zu groß und erfordert auch deshalb viel zu große Unterhaltungskosten. Im Interesse der Gemeinde muß geraten werden, die Kirche auf Abbruch zu verkaufen und einen Neubau mit etwa 150 Sitzplätzen nicht auf derselben Stelle, sondern auf dem Nachbargrundstück in der Achse der Dorfstraße zu errichten. Von der alten Kirche müßten der Orgelprospekt, die zwei zinnernen Leuchter, das Kruzifix, der Tauftisch und die Glocken wieder verwendet werden. Die Kosten eines solchen Neubaues würden etwa 30 000 M betragen.“
1915 legt das Konsistorium den Entwurf zum Neubau der Mulknitzer Kirche vor.
Da viele Mitglieder des Gemeindekirchenrates und auch der Patron im Kriege sind, werden die weiteren Verhandlungen auf die Zeit nach dem Krieg vertagt.
Zu den Entwurf der Kirche gibt es einen Erläuterungsbericht.
Da die alte Kirche in Mulknitz sich in einem derartigen Zustande befindet, daß eine durchgreifende Erneuerung bei den entstehenden außerordentlich hohen Kosten nicht mehr ratsam erscheint, wie schon in dem Gutachten des verstorbenen Regierungs- und Baurat Büttner vom 21.Februar 1913 gesagt ist, so wird beabsichtigt, ein neues Kirchlein zu errichten, und zwar soll das neue Gotteshaus nicht auf dem alten Kirchgrundstück, sondern an der Dorfstraße gegenüber dem Pfarrhause aufgeführt werden. Diese günstige Lage, ungefähr in der Achse der Dorfstraße erfordert einen Aufbau mit besonderer bedeutungsvoller Betonung des Turmes. Dieser erhebt sich mitten vor dem Kirchenhaus, einfach und schwer mit reicher gegliederter Haube; vorgelegt ist eine offene, auf 2 Holzsäulen ruhende Vorhalle. An das Kirchenhaus schließt sich der Altarraum mit seinem geschwungenen Dach. Malerisch gliedern sich seitlich die Apsis der Taufkapelle und auf der Nordseite der Sakristeibau an.
Ein einfacher schlichter Putzbau mit getönten Feschen und Blenden, farbig abgesetzten Holzge-simsen, vorn am Turm das reich verzierte Zifferblatt in farbiger Antragearbeit, so liegt das freundliche Kirchlein mit seinem roten Dach malerisch in das Grün gebettet.
Durch die offene Vorhalle betritt man durch die Turmhalle das Kirchenschiff. Ein Mittelgang führt zum Altarraum. Der Kanzelaltar beherrscht den Raum, vereinigt alle Blicke Gerade um einen möglichst großen Altarraum zu gewinnen und Platz zu sparen, ist diese in der friederizianischen Zeit allgemein übliche Vereinigung von Altar und Kanzel gewählt worden. Seitlich öffnet sich eine besondere apsisartige Taufkapelle an. Im Turm steht die Orgel, vorgebaut ist die Sängerempore und seitlich schließen sich zwei Emporenflügel an. Zwei Treppen führen aus der Turm-halle zu den Emporen hinauf.
Im Erdgeschoß sind zu beiden Seiten des Mittelganges 112 Sitzplätze angeordnet, auf den beiden Seitenemporen zusammen 28 Sitzplätze für Erwachsene, ferner noch 30 Sitzplätze für Sänger; insgesamt also 170 Sitzplätze. Der Altarraum selbst bietet zur Aufstellung von Stühlen für Trauungen, Taufen und Konfirmationen etc. reichlich Platz.“
So also sollte die Kirche aussehen.
Zum Neubau kam es aber erst Ende der zwanziger Jahre. |