Mulknitz Forst Lausitz Niederlausitz
Top : Pferde in Mulknitz : > Hommage an Ramzes
Wie Ramzes zu mir kam

Ich besaß Fania, eine ältere Kleinpferdstute und Romina, meine Schwarzwälder Fuchsstute. Aus ihr war das erste Fohlen, nämlich Ronja noch da. Ronja wurde ein Jahr alt und ich wollte sie absetzen, was in der angestrebten Herden- Offenstall-Haltung einfach nicht möglich war. Bei einem Bekannten fand ich einen Platz für sie auf einer Fohlenwiese. Ich fuhr sie dorthin und blieb fast den ganzen Tag in der Nähe um zu schauen wie sie dort klarkam. Alles schien gut und friedlich. Romina kämpfte abends mit einem gut gefüllten Euter, aber auch das hielt sich in Grenzen, nach einem Jahr produzierte sie nicht mehr übermäßig Milch. Ich schlief also friedlich, bis morgens um 5.30 mein Telefon schrillte. Klein Ronja hatte sich nachts überlegt dort nicht zu bleiben, war fein säuberlich über den ersten Zaun gesprungen und hatte den zweiten zerfetzt um sich dann auf den Heimweg zu begeben. Weit war sie nicht gekommen, aber immerhin bis zum nächsten Dorf und die Richtung stimmte auch. Dort hatte sie sich an eine Weide gestellt auf der zwei Pferde grasten. Der Besitzer allarmierte meinen Bekannten und der holte sie zurück, sperrte sie aber vorsichtshalber bis morgens in einen Stall. Das war schief gegangen und ich bekam sie noch am gleichen Vormittag zurück. Die Wiedersehenfreude war groß, wenn auch nicht bei mir.
Die nächste Lösung klappte besser. Ich fand einen Platz in einem größeren Reitstall für Romina, so konnte das Fohlen mit Fania zusammen zu Hause bleiben. Die Variante klappte. Als ich Romina einmal besuchte fragte ich nach einem Wallach, ruhig schon etwas älter, als Beistellpferd, denn eine reine Damenriege wollte ich auf Dauer nicht haben. Ja sagte man mir, da käme ich zu spät. Ramzes, der alte Voltigierwallach könne nicht mehr so richtig auf den Gelenken, aber er wäre bereits jemandem versprochen. Nun gut dachte ich, wenn er schon versprochen ist brauche ich ihn mir auch nicht anzusehen. Zwei Tage später rief der Besitzer des Stalls abends bei mir an. „ Sie können den Wallach haben, ich schenke ihn Ihnen, holen sie ihn gleich morgen ab.“ Ich war sehr erstaunt und fragte natürlich warum. Also, die Leute denen er versprochen war, wollten ihn gar nicht selber haben, sondern hatten ihn quasi schon weitergegeben. Der Besitzer, die Betreuerin der Voltigiergruppe und natürlich die Kinder wollten aber wissen wohin ihr treuer Ramzes kommt und ich suchte ja gerade etwas. Also fuhr ich am nächsten Tag, es war gerade Himmelfahrt, los. Meine Tochter war zu Besuch und begleitete mich. Als wir im Stall ankamen war Ramzes noch mit seiner Betreuerin einen Abschiedsspaziergang machen. Wir gingen zu Romina, die in einer großen Herde auf der Koppel war, uns aber gleich erkannte und schnell an den Zaun kam. Dann rief uns jemand zu Ramzes sei nun da und wir gingen in den Stall. Ja, da stand er. Ich war entsetzt. Ich sah nicht das Pferd, sondern nur einen Kopperriemen. Nee, den nehme ich nicht! Das ist ein Kopper! Ich hole mir doch keinen Kopper auf den Hof. Warum hat man mir das nicht vorher gesagt? Ganz vorsichtig fragte meine Tochter ob ich mir denn das Pferd mal angesehen hätte. Nein, hatte ich nicht, brauchte ich auch nicht. Der Betreuerin standen Tränen in den Augen, wenn nicht ich dann der Schlachter. Der Reitlehrer kam dazu und wollte mir klar machen, dass in einer Herden-Offenstallhaltung das „Problem“ nicht unbedingt bleiben würde. Alle redeten auf mich ein und am Ende knatschte auch meine Tochter. Ein schicker Kerl war es, das musste ich zugeben. Nach einiger Zeit hatten sie mich weich. Wir luden Ramzes auf.

Zu Hause

Fania und Ronja kamen neugierig vor und luden Ramzes ein mit ihnen nach hinten auf die Wiese zu gehen. Ramzes war total lieb zu den Stuten und fing friedlich an zu grasen.
Ich beobachtete ihn den gesamten Nachmittag, aber von Koppen keine Spur. Ich atmete auf. Abends ging ich noch mal heraus, weil ich ihn nicht sehen konnte. Er stand an meiner Holzkoppel, koppte auf der obersten Stange, zog was der Zaun hergab. Mist! Ich besaß keinen Kopperriemen und um noch auf die ganze Strecke eine Litze zu ziehen, dafür war es einfach schon zu spät. Ich fand einen alten Gürtel und machte ihn recht locker um seinen Hals. Er kannte dies und hörte erst einmal auf den Zaun einzureißen. Glücklich war ich nicht, aber sein umgängliches Wesen machte schon am ersten Abend vieles gut. Ramzes lebte sich schnell und gut ein. Bis heute verblüfft er uns immer wieder mit einer „Intelligenz“ die ich zuvor keinem Pferd zugetraut hätte. Nach und nach werde ich hier in paar der besten Begebenheiten mit unserem Ramzes erzählen.


Vorherige Seite
<<
Februar 2012
>>
SoMoDiMiDoFrSa
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29