Mulknitz Forst Lausitz Niederlausitz
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Gedenkstätte Weissagk
….. nur die Erinnerung an Weißagk bleibt
von Paetzel und Koalick


Weißagk war ein deutsches Angerdorf. Auf dem Anger stand direkt neben dem oberen Dorf-teich, von den Weissagkern liebevoll die „Oberste Pule“ genannt, als markantester Punkt schon seit Jahrhunderten die Kirche. Der Ort lag eingebettet in einem Tal am Nordrand der Weißagker Platte, dass durch abfließendes Wasser der Eiszeit entstand. Innerhalb der Gemarkung Weißagk war ein Höhenunterschied von 28 m; zwischen der Radarstation, nahe der Marke von 95 m über NN und auf dem Niedergut von noch 67 m. In einem schneereichen Winter reichte der Kirschberg zum guten Rodeln und Skilaufen durchaus aus und durch den weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Obstanbau hatte Weißagk schon einen erheb-lichen Bekanntheitsgrad erreicht.
Der Ort lag ursprünglich inmitten der mehr oder weniger direkt angrenzenden Orte Mulknitz, Gosda, Klinge, Grötsch, Heinersbrück, Horno, Klein Briesnig, Groß Briesnig, Klein Bohrau und Groß Bohrau.

Der Bergbau - Fluch und Segen

Leider hat die Natur, die dem Ort Weißagk soviel Gutes gab, letztendlich auch für dessen Untergang gesorgt. Unter dem für Acker- und Obstbau so sehr geeigneten Boden wurden bereits nach dem 1. Weltkrieg in der Gemarkung Weißagk abbauwürdige Braunkohlevor-kommen entdeckt und in den 30er Jahren wurden u.a. von der Grube „Ilse“ diese Vorkommen in der Art gesichert, dass man anstrebte, den Weißagker Bauern ihre Kohlenrechte abzukau-fen, was damals sicher teilweise von Erfolg gekrönt war.
Was durch den 2.Weltkrieg hinsichtlich des Kohleabbaues vorerst verhindert wurde, war Anfang der 70er Jahre bittere Gewissheit geworden. Weißagk hatte zu diesem Zeitpunkt etwa 540 Einwohner. Niemand wollte es sich bis zum Ende vorstellen, aber in den Orten Lieskow, zum Teil auch Grötsch, Tranitz, Klinge u.s.w. konnte man den laufenden Tagebau-Fortschritt bis hin zur Devastierung der Orte ständig beobachten. Die Montage des Vorschnittbaggers im Weißagker Niedergut wurde dabei immer wieder sorgenvoll verfolgt und das Unglück nahm seinen Lauf. Und es sollten weitere benachbarte Orte wie Klein Bohrau, Klein Briesnig und Horno folgen.
Dass der Bergbau die Dörfer zerstört, ist meist nicht zu verhindern, aber der Umgang mit den Menschen und deren Eigentum ist steuerbar.

Für die ehemaligen Weißagker werden die Gelegenheiten zum Erzählen und Gedankenaus-tausch immer seltener. Die Menschen sind mehr oder weniger über ganz Deutschland verstreut und haben eine neue Heimat gefunden. Um aber doch noch den ehemaligen Einwohnern und allen Freunden, Verwandten und Bekannten eine Chance für ein paar gemütliche Stunden zu geben, wird alle 2 Jahre, jeweils am ersten Sonntag im Mai, das traditionelle Blütenfest veranstaltet. Organisiert wird es vom Verein „Weißagker Heimatfreunde e.V.“ unter Mithilfe von vielen älteren ehemals Weißagker Einwohnern. Das letzte Fest fand am 6. Mai 2007 statt – das nächste also voraussichtlich am 03.05.2009.
Das Blütenfest im Frühjahr wurde bis zu Beginn der 80er Jahre in der Kirschplantage durchgeführt; es konnte in den 90er Jahren die Möglichkeit in Mulknitz auf dem Dorfplatz und in den letzten Jahren die Anlage am Schafstall in Gosda genutzt werden. Die Gäste aus Nah und Fern bringen durch ihr Kommen auch heute noch ihre Verbundenheit zu der Tradition der Weißagker zum Ausdruck.

Literatur:

Das Dorf Weißagk von seinen Anfängen bis zum Jahre 1975. ; Richard Ihlo und Wilfried Scholze, unter Mitarbeit von Max Balde, Verfasser des vor- und frühgeschichtlichen Abschnittes 1976.

Lehmann, Rudolf, Geschichte der Niederlausitz. Veröffentlichungen der Berliner Historischen Kommission beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Band 5 (1963).

Petzel, Martin, Die archäologische Untersuchung der Kirche von Weißagk und die mittelalterliche Besiedlung der Herrschaft Forst-Pförten. Ungedruckte Magisterarbeit (2002).
Bildergalerie von Weißagk

Es werden noch historische Bilder aus Weißagk für die Galerie gesucht.
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