 | Top : Erinnerungen : > Geschichtsbuch Mulknitz
1487 - der erste Mulknitzer Merten Molkenitz ist die erste Mulknitzer Urkunde von 1487 zu verdanken. Er war ein armer Mann, der vor Gericht erscheinen musste wegen Zahlungsunfähigkeit. Aber woher sollte so ein armer Mann auch Geld haben? Das ein Eulscher namens Woytschech für ihn als Bürge eintrat, brachte ihm ein, dass man ihn laufen ließ. Das war am Mittwoch, den 6. Februar 1487. |
1540 - ein Raubritter treibt sein Unwesen Raubritter Nickel von Rothe auf Mückenhain, der 1540-1550 sein Unwesen trieb, fast nur vom Raube lebte und angeblich zaubern konnte, überfiel Kaufleute, die zur Messe fuhren und wurde eines Tages in einer Gastwirtschaft in Breslau gefangen und mit dem Schwert hingerichtet. Sein Gut Mückenhain wurde dem Forster Herren von Bieberstein übergaben und es wurde stets mit Mulknitz zusammen verwaltet. Vor Nickel von Rothe hatten alle in der Gegend Angst. Man sagte Nickel von Rothe nach, dass er mit dem Teufel im Bunde stand und dass in seinem Pferd der Teufel persönlich gesessen habe. |
1586 - der erste Pfarrer zu Mulknitz Im Jahre 1586 bekommt Mulknitz seinen ersten Pfarrer. Es ist Andreas Pehle, der von 1586-1594 hier amtierte. |
1643 - Torstensonsche Truppen zerstören Mulknitz Am 24. November 1643 marschierten die von Sorau kommende Armee des schwedischen Generals Torstenson durch Forst nach Cottbus „und sengte und brannte und plünderte überall“. Zu Mulknitz wurden die Kirche und Pfarrei, das Vorwerk mit der Schäferei und den Ställen in Brand gesteckt. Auch die 4 Bauernhöfe wurden abgebrannt. Das besorgten schwedische Fouragereiter, die zur Versorgung der Schwedischen Armee auf den umliegenden Dörfern Lebensmittel und Viehfutter zusammen zu holen hatten. Die Mulknitzer waren nach mündlicher Überlieferung in die Katzenberge getürmt, nur der Pfarrer Friedrich Hoschkius erwischten sie und peinigten ihn derart, dass er im folgenden Jahr 1644 starb. In der verbrannten Mulknitzer Schulchronik stand, dass die Schweden Lebensmittel haben wollten und weil niemand da war, der ihnen welche geben konnte, brannten sie das ganze Dorf nieder. |
1697 - der erste Mulknitzer Lehrer eröffnet Dynastie Im Jahre 1697 kommt der erste Lehrer nach Mulknitz. Es ist Martin Senff. 5 Generationen dieser Lehrerdynastie bleiben in Mulknitz, dass heißt bis zum Jahre 1839. Der erste Lehrer Senff war ein deutscher Lehrer, der kein wendisch kannte. Um sich verständlich zu machen, wurde eben oft zum Stock gegriffen und so die Sprachschwierigkeiten überspielt. |
1711- die Mulknitzer Kirche beginnt mit der Kirchbuchführung Von 1711-1739 kommt Pfarrer Christoph Gabriel Fabricius nach Mulknitz. Er führt in Mulknitz die Kirchenbuchführung ein. Aber berühmt wird er durch seine zahlreichen niedersorbischen Schriften. 1728 legte er den Niederlausitzer Ständen Proben aus seinem deutsch- wendischen Gesangbuch vor, dass er herausgeben wollte. |
1777 - der Alte Fritz reitet durch Mulknitz Am 3. September 1777 berührt Friedrich der Große (der alte Fritz) auf der Durchreise Mulknitzer Gemarkung. |
1836 - das Mulknitzer Gut wird aufgelöst Es erfolgt die Auflösung des Gutes Mulknitz, welches nur die Gebäude behält, die dem neuen Gut Neu- Sacro zugeordnet werden. Die Gutsarbeiter sind nicht mehr leibeigen, d.h. sie können die Ort verlassen und woanders hinziehen, ohne jemanden darum fragen zu müssen. Dadurch entstehen das Tagelöhnersystem und das Auftreten der „polnischen Schnitter“ zur Erntezeit, die in dem ehemaligen Stallgebäude des Mulknitzer Gutes untergebracht werden. Nach der Ernte ziehen sie wieder heim nach Polen. Die ständigen Gutsarbeiter sind weiterhin arme Leute. Paul Schreiber sagte damals: „symbolisch für die Armut der Gutsarbeiter, symbolisch für das Gut selbst und nicht zuletzt für den Ort war das Klappern der Holzpantoffeln auf dem Gutshofe. Morgens in der Frühe um 4 nahm es seinen Anfang und erst spät, wenn die Sonne untergegangen war, ging es zu Ende. Dann aber lag der Ort in tiefstem Schweigen und überall war Ruhe eingekehrt.“ |
1850 - Nachtwächter Simon Nachtwächter Simon wohnt im Haus für die Ortsarmen, einer einräumigen niedrigen Kate, zwischen Schule und Rogosky. Bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten ging er mit der Armenbüchse sammeln. Er besaß mit seiner Frau Anna nur ein gemeinsames Bett. Als sich eines Morgens ihr Bettnachbar so kalt anfühlte, musste Frau Anna feststellen, dass ihr Mann gestorben war. |
1870 - die Dubraus lösen die Geigks ab Die Dubraus übernehmen im Ort die Führung, während der Jahrhundertealte Bürgermeisterhof von Geigk das Führungsamt verliert. Die 3 Brüder Dubrau auf Rattheis dienen in Berlin bei der Garde. August Dubrau auf Rattheis im 1. Gare- Grenadier- Regiment zu Fuß in der Kaiser- Kompanie, auf Grund dessen war er vom Kaiser Wilhelm II zur Silbernen Hochzeit nach Berlin eingeladen worden. Emil Dubrau ist Kürassier im Gardes du Corps und Gottlob Dubrau dient im Kaiser- Franz- Gardegrenadier- Regiment 2. August Dubrau wird im Sommer des Jahres Bürgermeister. |
1898 - Großbrand zerstört Mulknitz Vormittag gegen 10:30Uhr zündet der geistesgestörte Franz Lubatsch den Schuppen des Mulknitzer Gasthauses an. Das Feuer springt auf das Wohnhaus von Ungers über, wo Emma Unger krank im Bett liegt. Schüler der Mulknitzer Schule machen Lehrer Altner auf die Rauchsäule aufmerksam. Ihm fällt sofort ein, dass die zehnjährige Emma krank bei ungers im Bett liegt. Als er dorthin eilt, ist es schon nicht mehr ratsam, Ungers Haus zu betreten. Er rennt dennoch zur Haustür hinein, reißt ein südliches Giebelfenster auf und springt mit dem Mädchen und den Betten hinaus. Die Mulknitzer sind bei der Grummet- Heuernte auf Brasgan am Pfaffenteich. Ehe sie sich ins Dorf begeben können, steht alles hoffnungslos in Flammen. Man reißt noch Möbelstücke aus den Häusern soweit es möglich ist. Das Feuer verbreitet sich sehr schnell von Gehöft zu Gehöft. Marie Käse fährt schnell mit ihrem Neugeborenen Sohn Erich im Kinderwagen hinten aus dem Grundstück, zerrt ihn über das Acker zum Bohrauer Schulweg. Das Vieh konnte größtenteils gerettet werden. |
1910 - Impressionen Am Sonntag zog man sich die guten Sachen an und ging zum Kirchengang mit der Familie. |
1920 - Mulknitzer Bauern treiben Handel in Forst Um 1920 zog es die bäuerlichen Familien in die Stadt um ihre bäuerlichen Produkte zu verkaufen oder auch zu tauschen gegen andere Naturalien. |
1930 - Impression Arbeitsgegenstände der ländlichen Bevölkerung, Landarbeiterinnen |
1945 - der 2. Weltkrieg holt Mulknitz ein Die meisten Gebäude des Dorfes waren zerstört, da 4 Wochen lang die Front an der Neiße war. 4 Wochen nach Kriegsende zogen die Einwohner des Dorfes wieder in Mulknitz ein und begannen den Neuaufbau der Gebäude. |
1960 - vom ich zum wir In diesem Jahr wurde das Dorf vollgenossenschaftlich. 29 Einwohner gründeten die LPG „Heimat“. Typisch war für die LPG die Enten- und Gänsezucht. |
1987 - moderne Landtechnik moderne Landtechnik unterstützt die Bauern immer mehr. |
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