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Von Kiew nach Mulknitz mit 25 km/h
Autor: Helmut Fleischhauer 22.06.2010 22:16

Heute Abend fuhren zwei Fendt Farmer Trecker mit einachsigen Bauwagen von der Bundesstraße in die Mulknitzer Dorfstraße ein und hielten gleich am ersten Hof.
Frank Unger, gerade auf dem Heimweg, entdeckte sie zuerst und hielt sofort an.
Fendt on Tour - Illertissen - Kiew war auf der Rückseite eines Bauwagens zu lesen. Der zweite Wagen verkündete: Fendt on Tour - Weissenhorn - Kiew.
Die drei weitgereisten Bayern suchten eine Platz für die Nacht.
Manfred Dubrau wies den Weg zum Dorfplatz. Eine ungewöhnliche Kolonne setzte sich in Bewegung. Vorneweg Manfred Dubrau auf dem gelben Fahrrad, dann die zwei grünen Fendt Trecker mit ihren Bauwagen.

Die drei Schwaben Gerhard Obst (59) aus Illertissen, sein Bruder Helmut Obst (61) aus Nordholz und Albert Berger (71) aus Weissenhorn haben sich mit ihrer ungewöhnlichen Reise einen Traum erfüllt.
Über 4.000 km sind es von Bayern nach Kiew und zurück.
Am 3. Juni sind sie in Bayern gestartet und am 15. Juni hatten sie ihr Ziel Kiew erreicht.
Heute kamen sie aus Polen; das nächste Ziel ist das Brandenburger Tor in Berlin.
Dann geht es zurück nach Illertissen, Nordholz und Weissenhorn.

Foto rechts: v.l.r. Helmut Obst, Albert Berger, Gerhard Obst

Begonnen hat alles vor vielen Jahren.
Schon immer hatte Gerhard Obst großes Interesse an Russland.
Mit seinem Bruder machte er eine erste große Reise durch Russland 1996 mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok.
Aber der Gedanke, einmal mit einem Schlepper das Land zu besuchen, liess ihn nicht los.
Zu seinem 50. Geburtstag bekam er einen alten Bauwagen geschenkt. Beschriftet war er mit vielen Namen russischer Städte.
Für so manch ein Bekannten war die Idee wohl 'etwas spinnert'.

Es dauerte noch einige Jahre, bis die Bauwagen mit Hilfe seines Bruder Helmut und dessen Fähigkeiten als Tischler hergerichtet und mit einer Innenaustattung versehen waren.

Dann wurden ein Fendt Farmer, Bj. 1962, beschafft. Auch der Schlepper mußte hergerichtet werden.
Vor etwa zwei Jahren lernte Gerhard Obst den Weissenhorner Albert Berger. Er war von der Idee begeistert und überholte seinen Fendt Trecker für die Reise.
Anfang des Jahres war es soweit und der Zeitpunt der Reise konnte festgelegt werden.
Am 3.6 ging es los und am kommenden Sonntag oder Montag möchten sie wieder zu Hause sein.

Alle Drei sind begeistert von ihrer bedächtigen Reise; gerade einmal 200 km pro Tag.
"Entschleunigen" nennt es Helmut Obst.
Übernachtet haben sie in ihren Bauwagen in kleinen Dörfern. Überall wurden sie freundlich aufgenommen. In Deutschland ebenso wie in Polen und der Ukraine.

Weitere Fotos in der Bildergalerie


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24.06.2010 09:02 - Kommentar von kaiser
Wunderbar! Da soll nochmal jemand sagen, Frankfurt sei für den Lastverkehr das Tor in den Osten...
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