 | Überregional :: Kommentar
Deutschland, wir haben ein Problem Autor: Matthias Geigk 05.02.2008 12:27
In der aktuellen Ausgabe der Lausitzer Rundschau spricht der brandenburgische Wirtschaftsminister Junghanns über die ZUkunft der Braunkohle im Energiemix SEINER Zukunft. Folgend ein Kommentar dazu:
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| Herr Minister Junghanns sieht keine Alternativen zur Braunkohle. Dieser Meinung kann er sein, denn selbst auf wissenschaftlicher Ebene scheiden sich die Geister. Zum einen wird mancherorts das Ersatzpotenzial der klassischen Alternativen aus Sonne, Wind und Wasser bezweifelt und schon fast als veraltete Idee ad acta gelegt, zum anderen wird auf das starke Abhängigkeitsverhältnis hingewiesen, dass Deutschland eingehen würde, wenn es Gas und Öl zusätzlich importieren müsse. Welchen Bestand solche Aussagen haben, muss jeder angesichts der ohnehin steigenden Energiekosten, trotz eigener Kohle, entscheiden. Während der Anteil erneuerbarer Energien von 8,3% auf 20% steigen soll, bleibt es, geht es nach dem Wirtschaftsminister, bei einer Braunkohleverstromung auf heutigem Niveau, der Rest wird exportiert, warum nicht diesen Anteil bei der Braunkohleverstromung einsparen? |
Herr Junghanns zeigt sich als, um die künftige Energieversorgung, tief besorgter Wirtschaftsminister. Er handelt nach der Devise, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. So sieht ein Minister aus, der sich um die aktuelle Energieproblematik kümmert! Doch Blass wirkt er, geht es um Zukunft. Konsequent setzt er auf die Einführung der CO2-Abscheidung im Prozess der Braunkohleverstromung, auch wenn vor allem die wirtschaftliche Machbarkeit eine offene Frage ist. Dies tut er vor dem Hintergrund, dass es keinerlei gesetzlichen Zwänge für die Einführung der CCS- Technologie gibt. Würden Sie sich als Firmenchef eher für die billige herkömmliche Verstromung oder für die teurere saubere Variante entscheiden, wenn Sie das Recht zu beidem hätten? Noch blasser wirkt Junghanns wenn es darum geht, zu sagen was passiert, wenn die CO2 Abscheidung, aus welchen Gründen auch immer, unmöglich ist. „Dann haben wir alle ein Problem“ ist eine Aussage, die nicht zu einem Minister passt, der sich als energiepolitischer Verteidiger gegen die grünen Massen profilieren möchte. Wer das Ausbildungsgeld seiner Kinder auf nur ein Rennpferd setzt handelt sich ebenso „Probleme“ ein, sollte das Tier lahmen. Herr Junghanns hat Recht wenn er sagt, dass es in der aktuellen politischen Situation kein schlagkräftiges und sicheres Ersatzprodukt zur Braunkohle gibt. Bedeutet das nun, dass die Braunkohle das Einzige ist was zwischen Menschenwohl und einer Welt im Dunkeln steht? Oder bedeutet dies, man müsse doch noch einmal über bereits tot geglaubte Energiequellen wie Kernkraft sprechen? Ist es sinnvoll hier teuren Kohlestrom auf „saubere“ Art und Weise zu produzieren, während in China neue alte Kraftwerke aus dem Boden schießen? Oder ist es sinnvoller hier auf Kernkraftwerke zu verzichten, während die anderen EU- Staaten genau das Gegenteil tun?
Wenn man, wie Junghanns fordert, weniger über Umwelt und Heimaterhalt und mehr über die Energiesicherheit diskutiert, sollten solche Fragen besprochen werden. Ein lapidares „Deutschland, wir haben ein Problem!“ reicht an dieser Stelle nicht!
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