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Zur Geschichte der Mulknitzer Kirche



Wann in Mulknitz die erste Kapelle oder Kirche gestanden hat, kann nicht mehr belegt werden. Die frühesten Kirchen in der Niederlausitz entstanden im Zusammenhang mit der Einwanderung der deutschen Siedler in den ersten Jahrzehnten nach 1200. Am spätesten wurde dabei das Gebiet um Guben von der Kolonisation erfaßt. Sie begann erst in den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts und Kirchen und Pfarreien wie auch Tochterkirchen kommen urkundlich meist erst seit Anfang des 14. Jahrhunderts vor.



Im Jahre 1346 scheint auf jeden Fall die Bildung der Kirchsprengel abgeschlossen gewesen zu sein, denn aus diesem Jahr gibt es eine Aufstellung des Niederlausitzer Kirchensystems mit Nennung aller Kirchspiele. Diese Urkunde, die als „Meißnische Stiftsmatrikel“ bekannt wurde, liegt allerdings nur in einer korrigierten Abschrift aus dem Jahre 1495 vor. Mulknitz ist in dieser Aufstellung nicht enthalten, aber Weißagk. Das spricht dafür, dass es in Mulknitz zu dieser Zeit nur eine Kapelle gegeben hat, die eine Tochterkirche von Forst war, wie eine Urkunde aus dem Jahre 1522 belegt. Dazu passt auch der Satz, den der Forster Superintendent Schneider in seiner Chronik der Standesherrschaft Forst und Pförten aus den handschriftlichen Aufzeichnungen des Forster Chronisten Johann Magnus zitiert: „Die meisten Kirchen und Kapellen auf den Dörfern um Forst sind schon vor der Erbauung der hiesigen Stadtkirche vorhanden gewesen, und die letzten (d.h. die Kapellen) sind später Tochterkirchen geworden“. Die Versorgung der Mulknitzer Kapelle erfolgte allerdings nicht direkt von Forst, sondern die zu Forst eingepfarrten Ortschaften waren in katholischer Zeit, wie uns Schneider berichtet, Bestandtei­le der Parochie Eulo.



Für Mulknitz gibt es eine Besonderheit faszinierenden Charak­ters, die den anderen Kapellenörtlichkeiten des Forster Erz­priesterstuhls generell fehlt, nämlich ein archäologisches Ob­jekt, das die schriftliche Überlieferung von der Existenz einer Kapelle stützt. Es handelt sich um einen bronzenen, aus Glockengut hergestellten Deckel eines Gefäßes für das Heilige Öl, des­sen drei verschiedene Sorten in drei verschiedenen kleinen Be­hältern aufbewahrt und auf dem Deckel durch Eingravierung ei­nes gotischen Buchstaben voneinander unterschieden wurden. Vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München wird die Her­stellung des Mulknitzer Gefäßdeckels in die Zeit um 1375 ge­setzt, wobei die Form der gotischen Buchstaben ausschlaggebend ist.
Der Ort Mulknitz wird zum ersten Mal als „molkenitz“ in einer Gerichtsurkunde erwähnt aus dem Jahre , die uns der Chronist Schneider überliefert hat. Sie betrifft die Schulden ei­nes gewissen Merten, gibt kirchengeschicht­lich kaum etwas her.
Die Urkunde aus dem Jahre 1522 (06 Umschrift)
Interessanter ist eine Urkunde aus dem Jahre 1522, die in einer späteren Abschrift in Wien erhalten geblieben ist. In diesem Dokument werden Weißagk und Mulknitz als Beikirchen erwähnt, die wegen Irrtümer und Gebrechen der Pfarre in Forst zugeordnet werden, wobei die Weißagker dazu verpflichtet werden, ihre Kinder zukünftig in Mulknitz zu taufen lassen. Vielleicht wurde in dieser Weise bereits damals der Grund für das spätere Kirchspiel Mulknitz gelegt.
Am ersten Advent 1538 wurde in Forst die Reformation eingeführt und für dieses Jahr ist auch der erste evangelische Prediger Johann von Feyer für Eulo bezeugt.
Erster evangelischer Pfarrer in Mulknitz wurde Andreas Pehle, der 1586 die lange Reihe der achtzehn Mulknitzer Pfarrer eröffnete.